Nachklang - von Picasu

 

Du kennst die Grenzen meiner jungen Kreise;
benennst sie auch, damit ich sie verstehe
und flüsterst sie ins Weite. Weich und leise

erklärst Du mir, auf Deine Art und Weise,
das Leben so, dass ich es vor mir sehe -
Du kennst die Grenzen meiner jungen Kreise.

An Deiner Seite wage ich die Reise…
Da fragst Du mich, wohin ich mit Dir gehe
und flüsterst sie ins Weite, weich und leise,

die Worte, die, wie eine frische Schneise,
die Angst zerteilen, unter der ich stehe;
Du kennst die Grenzen meiner jungen Kreise.

Der Morgen graut. Du singst mir eine Waise,
von wahrer Wärme, unverfälschter Nähe -
und flüsterst sie ins Weite, weich und leise;

im Hintergrund das Zwitschern einer Meise.
Ich bin bei Dir und finde mich, entstehe;
Du kennst die Grenzen meiner jungen Kreise
und flüsterst sie ins Weite, weich und leise.

 

 

Sinnessymphonie - Benjamin Scharkow

 

Zweifel gingen langsam, doch sie gingen;
und Vertraut- Sein wuchs mit jeder Stunde.
Seit ich endlich zu dir zog, gelingen
Abende geschwinde und beschwingen
mich so sehr, dass jedwede Sekunde
meines Lebens, die'ch mit dir im Bunde
eng erleben darf, mich zu verschlingen
neigt, gleich einem tollen Buch und Spiel..

Sieh, wenn ungeschickt ich Dich verwunde,
es mir nach und lass die Zeit verklingen
in der Sinnessymphonie! Du weißt im Grunde:

Nichts auf dieser welt bedeutet mir wie du so viel.

 

 

 

vom Tauen - Benjamin Scharkow

 

 

Nun ist er da, der ungewisse Tag,
Irrlichternd zwischen junger Morgenröte,
Noch feucht, und Abendlicht, das es vermag,
Am Himmel zu erlöschen, und die stete

Irregularität des Lebens, die
Chimärenhaft uns Sinn gibt, dann beendet;
Hoch fliegen unsre Träume wie noch nie -

Lang liebten wir nichts mehr, die Zeit, verschwendet,
Ist gnädig nicht mit uns; doch unsre Kraft
Erwächst aus Kampf mit ihr; und unsre Pole
Berühren sich, sobald die Leidenschaft
Entschlossen Raum und Zeit beugt, überwindet.

Dich will ich, Nina, und nur dir zum Wohle
Ist vieles, was ich tu gedacht; bald schwindet
Chemiebedenken von uns dem Vertrauen.
Halt dich am Morgen fest
und lass die Liebe tauen.

 

 

Spuren, die niemals verblassen... von Jan Máximil

 

An eine Spur, die ich verlor in meiner Sehnsucht Kälte,
an Bergeshöhn des Abendrots in ihren Augen,
bereu die Schritte, die ich wählte von ihr fort,
und finde dennoch ihre Worte wieder.
Traum, erweck mich nicht, ich will sie glauben,
fern auch denn von irgendeinem Ort,
der unser Tanzen kennt.
Du alleine bist es, um die ich flehe –
Weh dem, der zauberhafte Namen nennt.

Weißt du um der schönen Tage,
die in deiner Worte Arm ich hatt´,
und siehst du diese eine leise Frage:
Liebes, fand das Leben gestern statt?

Satt von mir, satt von uns, satt von dir -
entflohen unsrer Welt und unsrer Statt,
statt ihrer eine ungestillte Gier,
nach dem, was ich von dir und wir von uns gehabt.

Die Täler tragen Tränenflüsse,
in ihrer Mitte schwimmt ein schwaches Floß,
obgleich die Fluten flehend mich zerreißen,
niemals lass ich es mehr los.

 

Diese Spur, die ich hier fand, möchte ich weiterverfolgen. Die Spur von dir, zu dir, zu mir…. Egal ob sie mich hinauf oder hinab führt, ich gehe ihr nach, bis ich alle anderen Wege lerne zu vergessen. Denn ist es falsch, einen Menschen zu kennen, nur weil man nicht füreinander geschaffen ist?

 

 

Hoffnung unter Wolken von Scalidoro

 

Der Wolkenzug der Dinge
zwischen dir und der Zeit.
Etwas geschieht.

Immer.

Das Tropfen der Erinnerungen,
der Regen, der nach Innen fällt
auf schlafendes Gras,
er geschieht

wie die kommenden Worte,
dunkelreich, genau.

Und die Hoffnung geschieht
auf Saiten, die der Wind durchblättert.

Ein Klang
wie keimender Kristall.

 

 

Umdenken von Anke (Therzi)

 

So fedrig leicht, ein Schmetterling schon fast,
ganz Anmut und den Sinn betörend weich,
wie farbig hell, dem Regenbogen gleich,
hast Du im Flug mich streifend ganz erfasst.

Dein zarter Fuß hat, während kurzer Rast
in meinem steten Stirneswolkenreich,
dem Bollwerk, unter sachtem Schwingenstreich,
die Spuren deines Fluges eingepasst.

Dein Hauch hat mir den Sinn ins Lot gestellt,
Dass selbst ein Jota wiegt mir tonnenschwer.
So krümmt ein Flügelschlag mir meine Welt.

Doch schwebst Du nun, von Neigung unbehellt,
Davon und strebst dem Morgen hinterher
Und tanzt mir fort, als meine Rüstung fällt.

 

 

Abendsein und Abendstrasse von Scalidoro

 

Abendsein und Abendstraße.
Vor der Küche sind Motoren
in die Zeit hinein erfroren,
während deiner Hände Maße

sich den Dingen zugesellt.
Kenn-gezeichnet bleibst du mir,
einbezogen in die Welt
deren Dauer sich zur Tür

wie des Wassers Wort verhält,
wenn es seine Ufer findet.
Stumm in deinen Schritt vermählt,
der ein Suchendes verkündet

wächst du an der Tage Ende.
Raum wird dort die Wasser lenken
der wie fernste Uferhände
einen See erwähnt, ein Denken

das die Nacht der Zeit besteigt.
Wer hat dich in mich gestellt ?
Manchmal fühl ich, Du-verzweigt,
dich wie Regen, der nicht fällt.

 

 

Der Frager vor dem Ozean von Fredo

 

Bist Du der Geist,
Der Schöpfer, Hundertstimmige,
Der zeugend aus dem eignen Schoße bricht,
In sich vereinigt Nacht und Licht ?
Der Geist,
In tausend Wellen auseinanderfallend,
Und doch mit jeder ganz die Welt umkrallend ?
Sowohl im Tropfen als im Ozean
Machst du der Sonne Lauf dir untertan,
Du Stürmischer, du Mürrischer,
Du hundertäugiger Bison,
Immer an des Himmels offnes Tor anrennend,
Kranich, an des eignen Fluges Glut verbrennend?

Bist du der Geist,
Der Salzige, Selbstherrliche,
Der alles ätzt und alles lässt,
Die Erde um und um zerstört,
Der alles aufreißt, aufschreit und vernichtet,
Und dennoch Kraft an Kraft und Well an Welle schichtet?

Der Geist, der alles weiß,
Und doch so unwirsch, jünglingsheiß,
Sich martert, anklagt und sich schlägt,
Das Meer, sich zu befreien, bewegt,
Der zwischen Erd und Himmel schwebt,
Doch auch im Trinkglas seinen Sturm erlebt -
Der Geist, der allem Sein die Waage hält,
Und doch der Freieste der Welt ?

Oder bist du die Seele ?
Das Weib,
Das Süchtige, das Bangende,
Das jeden Mannesfels umbuhlt und gleich auch flieht,
In jeder Stärke Feind und Sieger sieht,
Das seine Scham verbirgt, dass sie noch höher schwelle,
Und gibt und nimmt mit jeder Welle ?

Bist du die Seele,
Die Langende, Ergebene,
Die Hingesunkene,
Die jedem Ufer, tausendfach sich gibt,
Und doch nur Eines immer wirklich liebt?

Die Trunkene, Getrunkene,
Die immer flattert, tanzt und lügt, sich zu enteilen,
Und niemals kann im Wirklichen verweilen ?
Bist du die Stolze und die Schüchterne,
Die Leidende um letzte Seligkeit,
Suchend in jeder Stunde Ewigkeit;
O Menschenseele, Wasserseele,
Die wild das All umbuhlt, umarmt, umstellt -
Und doch die Einsamste der Welt !

 

 

Im Echo warst dann Du von Mona

 

Dein heller hoher Ton nahm mich gefangen,
er hat mir meinen eig`nen Klang gestohlen,
er hat mir still und leise dann befohlen,
nach langer Zeit das Gleiche zu erlangen.

Ich saß bei dir, mit rot erglühten Wangen,
der Klang ließ mich von meiner Welt erholen
- er ließ mich sitzen wie auf glühend` Kohlen,
und meine Hände nach Applaus verlangen.

Noch lang nachdem dein Werk im Raum verklungen,
noch lang nachdem der letzte Ton verhallte,
noch lang danach hast du Applaus errungen.

Selbst heut, wo mir ein Ähnliches gelungen,
wo selbst bei mir Applaus im Saal erschallte,
selbst da hab ich nur deinen Ton besungen.

 

 

 

Zauberworte von Anke (Therzi)

 

Zart gewandet, Augenblicke
Streuen sich auf rauen Grund
Liebevolle Seitenhiebe
Reihen sich auf, Stund um Stund

Perlen, die die Kette preisen,
Die sie all zum Glanz verband
Und das alles, weil die Weise
Leise hauchend Zugang fand

Gib mir weiter deine Körner
Mahlen werde ich nicht Sand
Denn der Puder, feine Wirbel
Ziehend längst schon in mich fand

Zeige mir auf zarten Flügeln
Wo die Seel' Dir Trost gebiert
Werd ich weiter Pelze weben
Deinem Lächeln, wenn dich friert

 

 

Zauberflötensinfonie von Mona (littleshine)

 

Baumwollweich im Daunenbett versunken
lausche ich gebannt und wie im Traum:
Jene Klänge, die du schaffst mit deiner Zauberflöte,
führen mich hinauf zur frühen Morgenröte.
Lock`re deinen Griff um meinen Saum,
geniesse dann das Spriessen junger Feuerfunken.

Spiele mir die trauten warmen Töne
welche mich im Sinnestaumel führten.
Webe mir die Bilder alter wunderweicher Tage,
fange mich nur auf, wenn ich erinnrungsreich versage
jenen Bildern, die mich rührten:
staubig alte, bittersüße deiner Feder.

Trinke meine Tränen, Schöne,
weise mir den Weg.
Leuchtend zeigen helle Töne
längst vergess`ne Pfade.

 

 

 

Geschenk von Anke (Therzi)

 

Ich lasse meine Tränen
Auf sterngeschmücktem Grund
Hier zwischen diesen Seiten
Verlor mein Herz ich gern

Ich wende deine Blätter
und färbe sie mir ein
Der Staub den sie mir rieseln
er springt hinter die Stirn

So forme ich Dir Worte
Mein Sinn beugt sich vor Dir
Enttanzen mir Dir Takte
Als Dank dem Zauberwort




 

 

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