Wetterspiele

 

Zart glänzend spiegelt Blattwerk sich in Pfützen,
die Ruhe täuscht, grad' tobte hier noch Sturm,
bog Bäume wutgewaltig bis zum Krachen,
fast freudig spielte er mit manchem Nachen,
schoss Blitze ab auf jeden hohen Turm,
kein Unterstand vermochte mich zu schützen.

Froh schmetternd tönen Stimmen aus den Zweigen,
der Klang ist neu, bis eben grollte Thor,
ließ Ängste donnerschlagend neu erwachen,
im heulend Wind erschallte laut sein Lachen,
wild schleuderte er Dreck und Schlamm empor,
kein Sonnenstrahl vermochte sich zu zeigen.

Laut plätschernd fließen Bäche, Spinnen weben,
die Luft ist klar, jetzt rieche ich das Land,
als Nebel hebt die Wärme sanft die Nässe
und Licht erleuchtet weit entfernte Pässe,
nach tosend Wetter wirkt die Welt entspannt,
sieh, allerorts erwacht erneut das Leben.

 

 

Sommertrugbild

 

Schon lange sind die Vögel auf der Reise,
die sangesprächtig noch im Sommer klangen,
der Himmel zeigt sich wolkengrau verhangen
und tobt kein Sturm, wirkt diese Welt jetzt leise.

Träg weht ein Windhauch bunte Blätterkreise,
bald ist auch diese Farbenpracht vergangen
und Eiskristalle werden Sonne fangen,
ein Glitzerschein auf winterliche Weise.

Das Land zeigt sich uns klar in diesem kargen
gedämpften Licht und Du kannst alles sehen,
was wilde Pflanzenranken einst verbargen.

Im Flockenwirbel wollen wir uns drehen,
im Kälterausch nach klebrig warmen Tagen,
das Sommertrugbild mag der Schnee verwehen.

 

 

Winterhomage

 

Die Kälte ist bald kaum noch zu ertragen
kein Sturmwind schien je frostiger zu sein,
die Finsternis ersetzt den Sonnenschein
und Regen fällt bereits seit vielen Tagen.

Den hellen Strahlen muß ich nun entsagen,
schon morgens bricht erneut die Nacht herein,
ich sehn' des Sommers Wärme, doch allein
der Winter naht, vergebens ist das Klagen.

Von Schnee bedeckt sind bald die kahlen Bäume,
in weiß getaucht verändert sich die Welt
und bietet Platz für gänzlich neue Träume.

Im Feuerschein erwärmen sich die Räume,
Gemütlichkeit durch Kerzenschein erhellt,
ich bin doch froh, dass ich dies nicht versäume.

 

 

Wenn Kälte aufkommt

 

Heute treibt der Schnee
himmelwärts wirbelnd hinauf,
wie Drachen stiegen.

Rinnend sucht Wasser
im Bachbett den letzten Weg,
bevor es erstarrt.

Knackende Stille
erfüllt die eisige Luft -
dann knirschen Schritte.

 

 

Bald fällt dann wohl Schnee

 

Ein Hauch von Sonne
durchbricht die Wolkendecke,
Silberstreifenlicht.

Ein wilder Windstoß
fährt rauschend durch dürres Laub,
farbengewaltig.

Fallender Regen
ertränkt die Graslandschaften,
Seengebiete.

 

 

Mein Baum

 

Drängend schießt manchmal ein Blatt,
wellt sich - hellgelb - an dem Schaft eines Astes,
schaukelt im Wind, lockt die Käfer.
Verfärbt sich erst rötlich, bevor es dann fällt,

treibend im taumelnden Sog.
Plötzlich entgleitet der Luftzug dem Auge,
wirbelt das Herbstlaub auf Wegen,
schafft so einen Teppich der Farbenvielfalt.

Knisternd vertont sich mein Fuß,
tanzend entstehen die Bilder und brechen.
Endlich regieren die Flocken in weiß,
bedecken den fauligen Winterasphalt.

 

 

Gewitter

 

Die frühe Abenddämmerung
versprach als warmes rotes Licht,
der Tag, er weicht noch nicht,
doch erste Schwüle will sie geben.

Der laute Vogelstimmensang
sich flüchtend von hier fortbewegt,
kein Baumesblatt sich regt,
doch sieh die Wolkenberge schweben.

Die stille Windabwesendheit
und letztes Licht ist beinah fort,
nun blitzt es dort,
ein Grollen, dann fällt warmer Regen.

Jetzt prasseln zuckend viele Lichter
und Donnerschläge hallen laut,
doch was ist, wenn der Morgen graut,
wenn wir nur im Gewitter leben?

Der Himmel bläut, die Sonne lacht,
der Regen hat den Blitz entthront,
hat sich die Nacht gelohnt?
ein Sturm vermag doch zu erregen

 

 

Jahreszeitengedanken

 

Verwirbelte Herbstzeitgedanken, verweht zwischen Zweigen,
verbliebene Sehnsuchtsgefühle, gefallen mit Laub,
erquickende Sommernachtsträume, vergessen im Schweigen
und glutrotes Sonnenbewahren, verloren im Staub.

Erkaltete Seelengelüste, verborgen im Eise,
getaumelte Wunschtraumideen, entleert ist der Sinn,
versiegende Zukunftsvisionen, ich wehre mich leise:
Mit Frühlingserwachen erwart' ich den neuen Beginn.

 

 

(kein) Haiku

 

Mondschattenspiele
in lauer Septembernacht,
ich atme mich frei.

 

 

Altweibersommer

 

Verhangen und grau
liegt die Sonne verborgen,
zeigt nur einen Strahl.

Regennass träge
hängt der Fliederblütenzweig,
verströmt zarten Duft.

Von Tropfen benetzt
drängen Grashalme empor,
erfrischt für den Tag.

 

 

Kolibri

 

Weiße Lilie,
umworben vom Kolibri,
entblößt ihren Kelch.

Eintauchend schwebend,
so genießt er die Süße,
steht still in der Luft.

Welkende Blüte,
unter gleißender Sonne,
der Vogel fliegt fort.




 

 

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