Stille Kindergedanken 

 

 

 

Die Beule an meinem Kopf wird immer größer, doch noch bin ich benommen und merk es nicht wirklich, dass es weh tut, nur mit der Hand, wie die Beule so schnell wächst. Paps rennt in die Küche und reißt die Besteckschublade auf und kommt mit dem ganz großen Messer zu mir gelaufen. "Nicht abschneiden", schreie ich so laut ich kann und will abhauen, aber der Flur ist so eng und ich komme nicht an ihm vorbei. Weil ich schreie kommt Mami angelaufen und guckt Paps und das Messer an. Dann sieht sie die Beule und ich schreie noch immer. Da schickt Mami Paps fort und ist ganz böse mit ihm und nimmt mich in die Arme und holt endlich Eis.

Später, als ich ruhiger bin und nur noch ganz wenig mal aufschluchze in ihren Armen, da hat sie es mir erklärt: Paps wollte gar nicht die Beule abschneiden, er wollte sie nur kühlen, wie sie mit dem Eis. Das machte man so und Paps war nicht böse. Er hat nicht gedacht, dass ich absichtlich beim Toben mit ihm mit dem Kopf an die Wand gehauen bin.

Dann gehe ich hoch in mein Zimmer und hock mich auf mein Bett mit dem Dinosaurierbuch. Die finde ich nämlich toll. Manchmal geht Paps mit mir in den Piesberg und wir suchen Versteinerungen. Dinosaurierknochen findet man da leider nicht, aber Muscheln und Farne und Ammoniten. Ich habe meinen eigenen Hammer und die Abmachung ist, dass ich so viel mitnehmen darf, wie ich tragen kann. Ich bin ziemlich kräftig für mein Alter und ich glaube Paps ärgert das manchmal.

Neulich haben wir auch im Steinbruch wilde Erdbeeren gefunden, ganz viele. Wir haben die gegessen und auf Gräser gespießt um sie Mami mitzubringen. Da hat Mami sich fast so gefreut, wie damals, als ich zu spät vom Kindergarten nach Hause kam. Nur Paps hat furchtbar geschimpft und mich heimlich verhauen. Da war er wirklich böse, nicht, wie vorhin mit dem Messer.

 

 

 

 

 

 

 

 

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