Ich habe lange Zeit mich in Sonetten geübt. Herausgekommen sind viele, die nicht ganz ernst zunehmen sind; insbesondere was den Inhalt angeht...

 

 

Liebestoll

 

Berauschend zog es mich zu Deinen Lenden,
Dein Werk hab ich stets sehnend aufgesogen
ich hoffte, einst wärst Du auch mir gewogen
und träumte oft, Dir Blüten zuzusenden.

Gedankengut getauscht in Dialogen
erschuf aus Dir für mich den bösen Fremden.
Wie konntest Du mich anfangs nur so blenden,
warum ist dieser Traum so schnell verflogen?

So vieles muß noch nicht begonnen enden,
ich sollte dies nicht gegen Dich verwenden
und doch, ich fühle mich von Dir betrogen.

Dabei habe ich selbst mich wohl belogen,
für mich ersetzt Verliebtheit alle Drogen,
ich nehme sie und mach daraus Legenden.

 

 

Dem Dichter

 

Mit schwärmerischen Blicken mag er träumen,
sieht zauberhafte Märchenwesen schweben,
lässt flatternd leichten Stoff aus Mondlicht weben
und Meerjungfräuleins Haar aus Gischt erschäumen.

Er lebt in phantasiegefüllten Räumen,
reale Wesen darf es dort nicht geben,
entzieht er doch im Traum sich seinem Leben,
will seinen wahren Kummer dort versäumen.

Ein Dichter rettet sich auf seine Weise,
entführt auch Dich zuweilen auf die Reise
in oft bizarre farbenfrohe Welten.

Mit einem Lächeln will ich es vergelten,
da Verse meine Stimmung oft erhellten,
ich träum' wohl gern, gestehe ich hier leise.

 

 

Beelzebuben

 

Der Beelzebub singt sinnlich seine Lieder,
sucht meine Herzensglut erneut zu rühren,
verspricht darin, zur Liebsten mich zu küren,
dann greift er mir begehrlich an mein Mieder.

Zum Tanz erweckt er meine müden Glieder,
will mich zu wilder Leidenschaft verführen.
Das Liebesfeuer kann der Bub gern schüren,
ich bleibe stur, denn bitte: Nicht schon wieder!

Zertanzte Schuhe füllen meine Schränke
aus mancher Nacht mit anderen Gesellen,
auch dieser wird mich morgen wohl verprellen.

Doch dann kann ich mich plötzlich nicht mehr halten
und spüre neue Kräfte sich entfalten,
als wenn mein Widerstand im Tanz ertränke.

 

 

Bilanz

 

Verlebt, sagst Du, sei meine welke alte Haut,
den Augen fehle lange schon der feuchte Glanz,
und meine Füße sein zu schwer für einen Tanz,
mit all den Sätzen hast Du mir den Tag versaut.

Einst klang mir Deine warme Stimme noch vertraut,
doch fühle ich seit langem, Du gehst auf Distanz,
und Deine Bosheit geht einher mit Arroganz,
verhöhnst die ehemals so sehr geliebte Braut.

Ist es vorbei, erwarte ich zumindest Akzeptanz,
den Funken Achtung kann ich nicht entbehren
und meinen Stolz kannst Du mir nicht verwehren.

All diese Dinge haben für mich Relevanz
und ohne sie fehlt dieser Bindung die Substanz,
ein anderer wird mich vielleicht begehren.




 

 

 

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