Viele Dinge vermögen es, Erotik in sich zu tragen und die Musik gehört in jedem Falle dazu. Die – wie ich sie gern nenne – Göttin Mila Mar zieht mich solcherart immer mal wieder in ihren Bann - zum Beispiel mit diesen:

 

Mila Mar: Nova

 

Erotische Gedichte gehören laut der Allgemeinmeinung in Foren zur schwersten Kategorie und in der Tat habe auch ich bislang wenig gelesen, was meine Phantasie anzuregen vermochte. Meine eigenen Gehversuche in dieser Richtung arbeiten eher schüchtern mit Bildern; nicht weil ich nicht auch für derbe Offenheiten zu haben wäre, sondern vielmehr, weil mir solche nicht gelingt, ohne plump und unglaubhaft zu werden. Das können andere nun einmal besser. Die unter dieser Kategorie von mir eingestellten Gedichte halten meinem eigenen Anspruch nicht stand, aber als Gehversuche sollten sie zumindest ihren Platz finden.

 

 

Um fünf Uhr bei Sonnenaufgang

 

An den Händen uns haltend
verhaspeln sich Blicke - belebend.
Und dann tanzen wir Tango
im Staub dieser fraglichen Stunde;
um fünf Uhr bei Sonnenaufgang.

Ich koste die kosenden Küsse
im Trubel des trübenden Morgens.
Rauhreif streift feucht meine Röcke,
perlt wellengleich auf Deinen Wimpern;
einmal noch Wirbeln wir Kreise.

Um vergebliche Vielfalt bemüht
finden zum Licht neue Farben.
Durstig drängst Du Dich an mich,
tauchst triebhaft zum letzten mal tief;
dann bricht sacht der Nebel zum Tag.

 

 

Im Heu unserer Zeit

 

Wiesengräser umschmeicheln unseren Schritt
auf den Wegen des Sommers und köstlicher Duft
von diesen Halmen verströmt sich verlockend.

Glitzernd brechen sich Strahlen der sinkenden Sonne
im fernen Wasser des Teiches; sanftrot taucht sie ein
und erzählt uns von hitzigen Stunden des Tages.

Alsdann sinken taumelnd die Schatten und verkünden die Nacht;
Deine Sehnsucht streift mich mit pulsierender Zartheit,
verspricht uns zum Morgen zu treiben, im Heu uns'rer Zeit.

 

 

Septembernächte

 

Wie gefühlte Poesie des
keuschen Mondeslichtes Flackern,
strömt die Alltagsschwere aus und
bricht sich zuckend neue Bahnen;
körperlich ist das Verlangen.

Zarte Hände streifen wissend
salzbedeckte Haut zum Schauer;
glühend beben Körperlenden,
finden Takt und strömen gierig
sich im Traumgespinst vergehend.

Reglos raucht gestillte Lust das
letzte Seufzen auf in Schwaden;
Rot in Rot gefurchte Lippen,
leicht benetzt vom Zungenspiel,
atmen die erfüllten Wünsche.

Müde nur noch streifen Blicke
Funkenflug im Morgenlicht des
angebrochnen neuen Tages,
dann schließen sich die Lider.

 

 

Fingerspur

 

Wie blaue Trauben,
die sich nach Ernte sehnen,
durchflutet mich die reife Süsse,
wenn lippensinnlich mich
Dein Mund berührt.

So banne Deine Fingerspur
auf meine Haut.
Wie roter Weinmost
gärend überschäumt
will ich mich treiben lassen.

 


Am Strand

 

Spielerisch schmiegen sich Sandperlen auf braune Haut,
fangen die Strahlen der Sonne in buntes Glitzern,
als malten sie in sinnlichen Farben Dein Kleid.

Säuselnd schwingen sich Salzlüfte aus sanfter Brandung,
flechten Dir seidene Strähnen in weiche Wellen,
als küssten sie in strömender Sehnsucht Dein Haar.

 

 

Novemberküsse

 

In den herbstlichen Nebeln
verweht still unser Zögern
über taunassem Gras.

Wie verwobene Netze
umfängt dann mich Dein Atem
als berauschender Bann.

Später fällt klarer Regen,
rinnt Dir über die Lippen
und benetzt meinen Mund

 

 

 

vertraut

 

Zwanghaft ergeben verriet ich Dir:
Mein Herz;
erträumte Dir bunt in Farben der Sehnsucht
einen Sturm der Gefühle und hielt Dir
versonnen die Stirn.

Strömend umschlingend zollte ich Dir:
Die Lust;
verging mich an Dir in Lauten der Liebe
und im Sturm der Sinne entlud sich
verlockend Dein Duft.

Zitternd gemeinsam erlagen wir ihm:
Dem Drang;
ersonnen uns dann den Gipfel der Wollust,
die stürmenden Körper vertauchend
im Schutz weicher Lenden.




 

 

 

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