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Linespur (Nina) gemalt vom Clown in einer schlaflosen Nacht

 

Viele bemängeln, auf dieser Seite seien zu wenig persönliche Informationen von mir zu finden; dabei gibt es kaum etwas persönlicheres, als die eigene Schreibe, lächel. Nun, den nachfolgenden Text habe ich nicht umsonst allem anderen vorangestellt, denn er sagt viel aus, wenn man sich darauf einlässt. Und ohne Einlassung kommt man niemals weiter...

 

 

Wider (der) Sinnlichkeit

 

 

In gewisser Weise verzieh sie nie; obwohl sie das Verzeihen verinnerlicht hatte. Manchmal, da verwandelte sie einen Pappkarton zu ihrer Waffe und sehnte sich fort; Planquadrat A trifft Seifenkiste, dachte ich da. Und ich lernte zu lachen.

Wenn sie träumte, dann platzten die Farben in breiter Palette auf ihre Wand des Denkens und verwischten im Grau, sobald sie erwachte. Sie erzählte niemals von ihrer Welt und nicht selten kam es ihr so vor, als erstickte sie in den Bildern. Aber doch beschrieb sie auf eine Weise, dass andere sahen, was sie niemals erblickte. Man nannte sie Märchentante.

Als der Himmel damals so schwarz schien und sich die Wolkenfetzen zu grauen Türmen ballten, da verspürte sie Angst. Als sie davon erzählte, wusste sie, dass diese Angst nicht zerfraß; sondern dass die Angst lediglich einen Platz forderte, der sonst doch nicht ausgefüllt worden wäre. Und so beschrieb sie die Angst, wie sie einen guten Freund wohl beschrieben hätte; gäbe es ihn. Und man nannte sie Kummer.

Letztlich, da sah ich sie über die Straße schlurfen, als trügen die Pantoffeln all ihre Schuld. Ich dachte noch, dass so beladen kein Mensch mehr springen könnte. Doch sie überquerte die Furt zu den Dächern des Unbewachten und schritt einfach hinfort; als gäbe es keine Beschwerlichkeit. Erst da wusste ich – sie hatte besser es nicht zu lernen vermocht in all diesen Jahren. Sie strickte die Freitagssocken, als wäre es Montag und vergaß, am Samstag vor Ort zu sein. Und ich nannte sie Sehnsucht.

 

 Haggard * Requiem in D-Minor

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 



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